Frankreich und seine Menschen erleben

Die Seele des Franzosen sitzt zu guten Teilen im Magen. Eine Weisheit, die sich in Frankreich täglich neu erweist. Ein genauso zutreffender Spruch besagt, der Magen eines Franzosen läge in seinem Herzen. Träfe das zu, müssten die Franzosen wahrhaftig große Herzen besitzen.

Doch es ist tatsächlich so, dass die französische Welt sich zu großen Teilen um das Essen dreht. Das abendliche Menü, für deutsche Verhältnisse recht spät eingenommen, nämlich zwischen zwanzig und zweiundzwanzig Uhr, ist ein soziales Ereignis, bei dem sich nicht nur die Familie trifft, sondern auch Bekannte und Verwandte oder auch Fremde ganz selbstverständlich mit aufgenommen und verköstigt werden. Hier findet die Kommunikation statt, hier werden Entscheidungen gefällt, hier tauscht man sich aus. Die viel gelobte Lebensart, das „savoir vivre“ der Franzosen beruht ein wenig auf ihrer legären Art, um nicht übertrieben Gleichgültigkeit zu sagen. Ein ganz klein wenig dieses mehr mediterranen Feelings klingt da an, ein wenig „manjana“ ein bisschen „Siesta“. Und doch sind die Franzosen ein hellwaches Volk, mit allen Winkelzügen der Gesellschaft vertraut und trotzdem oder gerade deswegen charmant, gut erzogen und höflich.

Natürlich unterscheiden sich beispielsweise die Franzosen im Nordwesten des sechseckig geformten Landes, im Elsass, komplett von den ganz besonderen Bewohnern der Bretagne. Die Küstenbewohner und Bauern, auch von der Körperlichkeit her eher etwas kleiner, urwüchsig, mit der Natur verwachsen. Die Elsässer dagegen sehr biedere Naturen mit deutlichen Strukturen, die Nähe zu Deutschland ist spürbar. Die Franzosen der Großstädte sind weltgewandt und wahre Europäer. Der Franzose an sich ist jedoch ein kritischer Mensch, Umweltbewusstsein wird sehr groß geschrieben.

Bildquellenangabe: Mike Schwarzenbeck / pixelio.de

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