Ceci est un journal électronique infini, cosmopolite et à la quête du sens

France-Mail-Forum 21 (Januar 2001)


(0) Quoi de neuf? (Neuigkeiten/Schwarzes Brett)

Le bonbon du mois:
"Il ne faut pas" von Jacques Prévert

Le livre du mois:
"Chourmo" von Jean-Claude Izzo

Nouveautés/Wichtige Neuerscheinungen:
Literatur zur Intellektuellendebatte in Frankreich
Fiktion
Sachbuch
Didaktik

Ein herausragender Artikel:
Fritz J.Raddatz: Königreich Gallimard

Der Himmel des Pariser Bücherkönigs Antoine Gallimard ist blau. Ein Verlagsporträt
Die Zeit 3/2001

Michael Kohlhauer: Graffiti als Poesie der Straße.
Ein kulturdidaktischer Beitrag zur Wortschatzarbeit im Französischunterricht.
Ein (verspäteter) Nachruf auf Mai 68

Dagmar Abendroth-Timmer bespricht: Ulrich Wickert (1999): Vom Glück, Franzose zu sein

Matthias Walter bespricht: Internet für Romanisten

Eine Praxisorientierte Einführung von Wolf Lustig/Paul Tiedemann
Michael Tillmann zeigt in www.passerelle an
Passerelle
Prix littéraires 2000
Französischse Literatur im Merve-Verlag
Neuerscheinungen

Alternatives Economiques
Le journal
Les livres
 

Schwarzes Brett
Von der Klassenpartnerschaft bis zum französischen Stammtisch


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(0) Quoi de neuf? (Neuigkeiten/Schwarzes Brett)

Le bonbon du mois:
 

"Il ne faut pas" von Jacques Prévert


Il ne faut pas laisser les intellectuels jouer avec des allumettes
Parce que Messieurs quand on le laisse seul
Le monde mental Messssieurs
N'est pas du tout brillant
Et sitôt qu'il est seul
Travaille arbitrairement
S'érigeant pour soi-même
Et soi-disant généreusement en l'honneur des travailleurs du bâtiment
Un auto-monument
Répétons-le Messsssieurs
Quand on le laisse seul
Le monde mental
Ment
Monumentalement.
 
 

Man darf nicht...

Intellektuelle darf man nicht mit Zündhölzern spielen lassen
Denn, meine Herren, wenn man sie alleine läßt
Die mentale Welt, meine Herrrren
Hat sie überhaupt nichts Glanzvolles
Und sobald sie allein ist
Schafft sie Willkürliches
Errichtet für sich selber
Und scheinbar großmütig zu Ehren der Bauarbeiter
Ein Monument sich selbst zu Ehren
Wiederholen wir es, meine Herrrrren
Wenn man sie alleine läßt
Die mentale Welt
Lügt sie
Monumental

Für Christine übersetzt K. und S.
(Jacques Prévert, Paroles, Gallimard, Paris 1949, Seite 212)
 
 



 
 
 
 

Le livre du mois:
 

"Chourmo" von Jean-Claude Izzo

Unionsverlag, 2000, 16.90-DM

(Einer der besten Kriminalromane Frankreichs, spannend und politisch korrekt, die Marseiller Machenschaften beschreibend und gleichzeitig eine Lebensweise in Szene setztend. Vom gleichenAutor ist übersetzt: "Total Cheops" Unionsverlag, 2000, 16.90-DM, ein wenig verwirrender geschrieben, aber noch näher dem Milieu, einen Tick weniger spannend)
 
 

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Nouveautés/Wichtige Neuerscheinungen:

Literatur zur Intellektuellendebatte in Frankreich

-Esprit Mars/Avril 2000 (3-4) Splendeurs et misères de la vie intellectuelle I
 (mit Beiträgen von Michel Winock, Francois George uva.)

-Esprit Mai 2000 (5) Splendeurs et misères de la vie intellectuelle II

-Le Débat Mai/Aout 2000 Changement intellectuel, changement des intellectuels
 (mit Beiträgen von  Pierre Nora, Michel Winock. Jean-Fancois Sirinelli uva.)
 

Fiktion

Michèle Desbordes: Die Bitte, Wagenbach, Berlin 2000, 34.00-DM.

Dominique Jamet: Un petit Parisien, Flammarion, Paris 2000.

Sachbuch

Monique Dannhauser: Aus Frankreich nach Deutschland. Die französischen Hugenotten und ihr Sproß Jacques-Egide Duhan de Jandun,
    Präzeptor des Preußenkönigs Friedrich II, Hänsel-Hohenhausen, Engesbach u.a. 1999.

Simone Delattre: Les douze heures noires. La nuit à Paris au XIXe siècle, Albin Michel, Paris 2000.

Hans-Jürgen Lüsebrink (Hrsg.): Die französische Kultur -interdisziplinäre Annäherungen, AUS, St.Ingbert 1999.

Bernard Noel: La Commune, Editions Nathan, Paris 1998.

Michel Pincon/Monique Pincon-Charlot: Paris Mosaique, Calmann-Lévy, Paris 2001.

Harald Weinrich: Linguistik der Lüge, Beck, München 2000.

Didaktik

Dagmar Abendroth-Timmer/Gerhard Bach: Mehrsprachiges Europa, Narr Verlag, Tübingen 2001.
   (Die Festschrift für Michael Wendt zum 60 Geburtstag enthält Beiträge von Bach bis Bredella und von Wernsing bis Zimmermann)

Daniela Caspari/Andrea Schinschke: Lernen in mehreren Kulturen. Zum Einsatz von Kinder- und Jugendbüchern für Ziele des
   interkulturellen Lernens. In: Französisch Heute 4/2000, 468-479.

Deutsch-Französisches Jugendwerk (Hrsg.) Die Tandem-Methode. Theorie und Praxis in deutsch-französischen Sprachkursen.
   Stuttgart u.a., Klett 1999, 24.80.

Klaus Detering (Hrsg.): Wortschatz und Wortschatzvermittlung, Lang, Frankfurt 2000.

Renate Fery/Volker Raddatz (Hrsg.): Lehrwerke und ihre Alternativen, Lang, Berlin u.a., 2000.

Französisch Heute bringt mit 4/2000 ein Themenheft zum Frühbeginn Französischunterricht heraus.

Französisch Heute bringt mit 2/2000 ein Themenheft zum Literaturunterricht.

Wilfried Hendricks (Hrsg.): Neue Medien in der Sekundartsufe I und II. Didaktik, Unterrichtspraxis. Cornelsen, Berlin 2000, 24.90-DM.
 

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Fritz J.Raddatz:

Königreich Gallimard

Der Himmel des Pariser Bücherkönigs Antoine Gallimard ist blau. Ein Verlagsporträt

Die Zeit 3/2001
Aber dies ist doch keine Demokratie", korrigiert mit lachendem Befremden einer der Direktoren des Besuchers Fragen, "dies ist ein Königreich." Die Bestätigung dafür ist ein Wort lang; die Erkundigung, wer die Entscheidungen fällt, bescheidet der Verleger knapp: "Ich."

Das Haus Gallimard in der Pariser Rue Sébastien-Bottin Nummer 5 ist eine nationale Institution; wenig übertrieben kann man es den Louvre der Bücher nennen. Bei einer der in diesem Gewerbe unvermeidlichen Krisen intervenierte Staatspräsident Mitterrand. Wer im benachbarten Hotel Pont Royal absteigt - seine Bar war einst Hemingways Hauptquartier, ob Sartre oder García Márquez oder Italo Calvino: Man konnte sie alle dort treffen - und wer nicht aussieht wie ein Bankangestellter, wird bereits vom Concierge gefragt: "Ah, Sie sind Schriftsteller? Gewiss Gallimard-Autor?"

Der Enkel des Verlagsgründers Gaston, Antoine Gallimard, kann in aller Bescheidenheit sagen: "Dieses Haus repräsentiert drei Viertel des französischen Literaturerbes." Wohl wahr: ob Proust oder Céline, ob Sartre oder Aragon, ob Camus oder Saint-Exupéry, ob Apollinaire oder Malraux, ob Paul Valéry oder Paul Eluard - die Liste der Autoren ist Ehrfurcht gebietend. Eine Akademie des Geistes. Schon bei Gründung des Hauses 1911, als Gaston Gallimard aus der drei Jahre zuvor geschaffenen Zeitschrift NRF (Nouvelle Revue Française) einen Buchverlag formte, war er umgeben von Beratern wie André Gide und Jean Schlumberger. "Wir waren eine kleine Gruppe von Freunden", schilderte er später das Abenteuer, "die sich für Bücher, für Literatur interessierten, und weil wir fanden, dass die anderen Zeitschriften nicht freundlich genug von dem sprachen, was wir liebten, gründeten wir 1908 eine eigene. Nach zwei Jahren genügte uns die Zeitschrift nicht mehr, und so haben wir 1911 einen kleinen Verlag gegründet."

Das erste Buch der Librairie Gallimard war Paul Claudels Drama Die Geisel, es folgte André Gides Isabelle; 43 Jahre später erschien der voluminöse Briefwechsel zwischen dem Verleger und Claudel. Wobei der Schwarze Peter der sagenumwobenen Ablehnung der ersten Proust-Manuskripte als "Literatur von und für Baronessen und Duchessen" - Gaston Gallimard übernahm den Autor, mit dem ihn dann eine lebenslange Freundschaft verband, später von Grasset - zwischen diversen Beratern hin und her geschoben wird.

Der Gründer jedenfalls ist eine legendäre Gestalt des französischen Geisteslebens, Spross einer Industriellenfamilie, als junger Mann ein Playboy mit Geschmack an Sportwagen, schönen Frauen, rasanten Festen; aus Spaß kaufte er sich ein eigenes Theater, sammelte aber auch Kunst, Renoir etwa. Zehn Jahre nach Verlagsgründung (André Gides Tochter besaß lange Zeit Aktien des Verlags) kam der erste Prix Goncourt; inzwischen eine Art "Hausmedaille": Es begann 1920 mit dem ersten Band von Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit und hält heute ungefähr bei Nummer 40. Sein Sohn Claude war in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg eine Art Doyen des europäischen Verlagswesens, in dessen Salon eingeladen zu werden ein Ritterschlag war; beiläufig war er der einzige Verleger, der mit einer Sondererlaubnis im Privatwagen über das Frankfurter Messegelände chauffiert werden durfte. Er baute mit mehreren Taschenbuchreihen - einige davon in enger Kooperation mit Rowohlt - den Verlag so erfolgreich aus, dass sein "erwählter" Sohn für das Jahr 1999 den Umsatz von einer Milliarde Franc verkünden kann (etwa 300 Millionen Mark; im Vergleich: Rowohlt-Umsatz etwa 115 Millionen Mark).

Die Nachfolgefrage war ein Dallas in Saint-Germain des Prés

Erwählt wird der heutige Firmenchef Antoine deshalb genannt, weil schon in den letzten Jahren des schließlich schwer kranken Claude und heftiger noch nach seinem Tod eine Art Atriden-Drama im Hause Gallimard stattfand. Böse Zungen nannten es "Dallas in Saint-Germain des Prés". Genüsslich breitete die internationale Presse - noch zu Lebzeiten Gastons wurde allzu gerne dessen Satz über seine geschiedene Ehefrau Simone, der er den renommierten Verlag Mercure de France gekauft hatte, kolportiert: "Es ist billiger, ihr einen Verlag zu kaufen, als sie täglich durch die Luxusboutiquen ziehen zu lassen" - nun die Details der Erbauseinandersetzung zwischen den Geschwistern Françoise, Isabelle, Christian und Antoine aus. Wer vom Vater wie viele Anteile und womöglich unrechtmäßig erschlichene halte, wer sie an wen und für wie viel weiterzuverkaufen beabsichtige beziehungsweise auch verkauft hat (Isabelle ihre 12,5 Prozent für viele Millionen Franc an die Banque Nationale de Paris) und wer endgültig, aber eventuell doch nicht gültig vom alzheimerkranken Vater zum König im Royaume Gallimard eingesetzt worden sei: Es gab nicht nur Klatschgeschichten und Berichte der Wirtschaftspresse - Gallimard ist nicht zuletzt millionenschwerer Immobilieneigentümer im teuren Viertel Saint-Germain des Près -, es gab auch Warnungen und Proteste von immerhin 58 Autoren wie Milan Kundera oder Marguerite Duras. Vieles aus dieser Familie - der Reichtum; der Glanz der publizierten Autoren; der Schreckenstag, an dem Gaston Gallimards Neffe Michel den Nobelpreisträger Camus in den Tod fuhr; die öffentlich beim Erbstreit der Kinder intervenierende Mutter, all das ist geradezu fernsehverdächtig und lässt Intrigen in den Verlagshäusern von Frankfurt, München oder Reinbek eher provinziell erscheinen. Niemand in der Rue Sébastien-Bottin scheint mondäne Vergleiche zu scheuen - auf Vorhalten eines Journalisten, ob der Motor unter der Haube der Luxuskarosse wohl defekt sei, antwortete Antoine Gallimard unbekümmert: "Im Gegenteil, wir genießen das Image des Rolls-Royce, und der Motor arbeitet vorzüglich." Das scheint zu stimmen. Seit geraumer Zeit ist das Schiff in ruhigen Gewässern, Antoine Gallimard hält die Aktienmehrheit, viele Fremdbeteiligungen (wie die des italienischen Verlegers Einaudi) sind zurückgeflossen, schon 1989 konnte er meinem Freund Christoph Graf Schwerin in den Interviewblock diktieren: "Wir haben ja nicht einen Wald am Amazonas geerbt, den man einfach in vier Stücke aufteilen kann."

Dennoch häufen sich im literarischen Milieu von Paris die warnenden Stimmen: dass Gallimard John Updike verloren habe, sei ein Alarmzeichen so gut wie Bücher von Le Clézio und Sollers, die in anderen Häusern erschienen; dass die innere Apparatur des Verlages veraltet sei; dass man vergebens auf Mut, Fantasie und Kühnheit beim Suchen beziehungsweise Finden brillanter junger Autoren warte. Einer der wichtigsten Lektoren, Pascal Quighard, verließ vor fünf Jahren das Haus mit dem Satz: "Heute macht man bei Gallimard keinen Unterschied mehr zwischen einem kommerziellen Schriftsteller und einem großen Autor, der sich gut verkauft." Dagegen erklärt sich der 52-jährige Verlagschef expressis verbis als in der Tradition des Hauses stehend - "Als oberstes Gebot wurde mir beigebracht, dass man seinen Autoren stets sehr nahe sein muss" - und sieht in jeder einseitigen Gewinnorientierung den "Tod der Literaturförderung".

Zwei Eindrücke paaren sich dem deutschen Besucher: altmodisch und flexibel. In dem verschachtelten Stadtpalais - in Wahrheit vier Häuser, der Eingang schlichter als der einer Stadtsparkasse - sitzen die Mitarbeiter in winzigen Büros; keine Kendziapalmen, kein Marmor, keine Knautschledergarnituren, keine Vorzimmer. Die etwa 30 Lektoren, die tatsächlich die 7000 pro Jahr eingesandten Manuskripte prüfen - "Drei davon kommen eventuell infrage", erzählt Monsieur Grenier -, sind unabhängige Fürsten. Dass ihnen das Einbeziehen kommerzieller Überlegungen abverlangt werden könnte, ist keinem von ihnen vorstellbar. McKinsey halten sie für eine Fast-Food-Marke. Ihre Voten richten sich ausschließlich nach literarischen Kriterien. Diese Gutachten - oft mit der Hand geschrieben - werden auf einem Vordruck abgegeben, häufig durch eine zweite oder dritte Meinung ergänzt. Das Konzilium des Königreichs ist das berühmt-berüchtigte Comité de Lecture, dem aber nicht nur angestellte Lektoren angehören, sondern auch Autoren des Hauses wie Le Clézio oder Michel Tournier. Vor etwa zehn Jahren machte gar das Buch des ehemaligen Gallimard-Lektors Michel Deguy mit dem Titel Le Comité Furore, dem Le Monde einen Artikel Hinter den Kulissen eines großen Hauses widmete. Ob ein Lektor einen Bestseller, ein Buch mit 800 Exemplaren Auflage oder einen Nobelpreisträger zu "verantworten" hat, ändert an seinem Status im Hause gar nichts. In einem der Kämmerchen residiert etwa der renommierte Herausgeber der Zeitschrift Débat, Pierre Nora, in einem anderen ein kluger Essayist, der eine eigene Buchreihe verantwortet; vier Bände pro Jahr!

Zugleich macht die Zeit nicht Halt an der schmalen Haustür Nummer 5: Die Presseberichte über Beteiligungen, Neuerwerbungen anderer Verlage, Internet-Aktivitäten sind kaum mehr zu summieren. Dem schon seinerzeit höchst erfolgreichen Kinderbuchprogramm, das Claude Gallimard initiierte, folgt man mit der 35-Prozent-Beteiligung am auf Ratgeber und Jugendbücher spezialisierten Mango-Verlag (allein 13 Zeitschriften); 50 Prozent Anteile gehören seit Januar 2000 Gallimard am Unternehmen Gallimard Bayard Jeunesse - damit vor den Konkurrenten Hachette und Havas größter Anbieter auf dem französischen Kinder- und Jugendbuchmarkt. Nicht verwunderlich bei dem Fundus berühmter Autoren, dass seit 1999 auch eine Hörbuchreihe herausgegeben wird. Kaum war die wichtigste Fremdbeteiligung - 12,5 Prozent Anteile, die die größte französische Verlagsgruppe Havas hielt - 1999 zurückgekauft, wurde im April 2000 bereits die CD-ROM-Firma Bibliopolis erworben, die über 4000 digitalisierte Werke der französischen Literatur verfügte und die zusammen mit Gallimard Numérique vom Reiseführer bis zum Nobelpreisträger-Gallimard-Titel über das Internet vertreiben sollte. Sollte: Nach Auseinandersetzungen zwischen Antoine Gallimard und dem Generaldirektor des Unternehmens, Pierre Cohen-Tangui, verließ dieser das Haus, die Internet-Aktivitäten wurden - bis auf ein eigenes Vertriebsnetz - eingeschränkt.

Hier Gallimard-Loisir, da die Bibliothèque de la Pléiade, dort die Série noire: so völlig verstaubt kann ein Unternehmen mit weit über 1000 Mitarbeitern und einem Umsatz von weit über einer Milliarde Franc nicht sein. Die Quadratur des Kreises scheint gelungen. Noch immer kursieren die "schönen alten Geschichten" in den Fluren und den benachbarten Cafés: von Sartre, dessen Trinkgelder höher waren als die Rechnung; von Claude Gallimard, den man auch "Ludwig XIV." nannte, vor allem wenn er einen mehrköpfigen Voraustrupp nach Frankfurt schickte, um die besten Restaurants ausfindig zu machen; vom Krach zwischen Malraux und Sartre, in dessen Verlauf der Herausgeber seine Zeitschrift Les Temps Modernes im Konkurrenzverlag Julliard erscheinen ließ - "Ein wirklicher Demokrat", soll Gaston Gallimard aufatmend gesagt haben. Anekdoten, gewiss. Doch auch Anekdoten brauchen einen Nährboden. Der heißt im Hause Gallimard: liebevolle Sorgfalt, Respekt vor dem Schriftsteller. Letzten Endes ist der Autor hier König.

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Dagmar Abendroth-Timmer bespricht:

Ulrich Wickert (1999): Vom Glück, Franzose zu sein.

Unglaubliche Geschichten aus einem unbekannten Land.

Hoffmann und Campe; S. 236, DM 36,-, ISBN 3-455-11252-8

Eloquent wie gewohnt und erwartet plaudert Ulrich Wickert in 17 kleinen Kapiteln über die Franzosen. „Frankreich lieben heißt für etwas schwärmen, das so zu sein scheint wie das Glück, von dem man träumt.“ (ebd.: 9) Dieser Satz bildet den Kerngedanken zumindest des ersten Kapitels. Dabei ist sich Wickert seiner leicht stereotypisierenden Darstellungsweise durchaus bewusst und er thematisiert dies in einer vergnüglichen Art, die selbst die kritischsten Leser/innen besänftigt. Es geht ihm aber in diesem Büchlein überhaupt nicht nur darum, dem Traum vom Glück zu erliegen, sondern er scheut sich nicht, auch alptraumhafte Wolken über dem französischen Himmel aufziehen zu lassen.
Es folgen den netten Franzosen im nächsten Kapitel die weniger liebenswerten, denen man im alltäglichen Leben begegnen muss. Gespickt wird all dies mit wissenden Schilderungen zu Brauchtum, Festen, Symbolen und sprachlichen Besonderheiten, die auch in ihrer geschichtlichen Entstehung zum besonderen Interesse der Leser/innen erklärt werden. Die französische Küche darf bei alledem nicht fehlen. Den französischen Köchen, dem Camembert und zum Erstaunen der Leser/innen (und der Franzosen, vgl. ebd.: 75) der Kartoffel werden die nächsten Kapitel gewidmet, auch sie mit (historischen) Anekdoten versehen.
Was wäre Frankreich ohne die Revolution und die Abschaffung der Privilegien, bekundet auf jeder Münze: „Liberté-Fraternité-Egalité“? Ulrich Wickert belehrt uns eines besseren: die Privilegien wurden nicht abgeschafft, sie wurden nur neu verteilt. Zum Beweis führt er die materiellen Anreize (Immobilien u.a.) auf, mit denen höhere Ämter verbunden sein können.
Weiter liest sich das Buch wie ein spannender und fast unglaublicher Politkrimi. Es geht um Spionage, Geheimdienste, Staatssicherheitsdienste, Denunziantentum, zwischendurch auch um politisch involvierte Maîtressen, dann wieder um geheime Forschungsaufträge und das Verhältnis der korsischen Verwaltung zu Paris.
Zur Abwechslung schließt Ulrich Wickert wieder an die ersten Kapitel mit eigenen Erlebnissen zum Thema „Geld“, bzw. Handwerkerrechnungen und Mieten an. Es folgen Ausführungen über die Verbindung von Politik und Literatur, die Brutalität von sich über die Idee der Freiheit des Geistes hinwegsetzender Macht. Zum Schluss führt Wickert die Leser/innen in ein Bistro, wo er die gesellschaftlich und politische Bedeutung des Humors in Frankreich und Deutschland vergleicht.

Alles in allem eine vergnügliche und kurzweilige Lektüre!

Dagmar Abendroth-Timmer
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Matthias Walter

Internet für Romanisten

Eine Praxisorientierte Einführung von Wolf Lustig/Paul Tiedemann

Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt/primus Verlag 2000, 194 S.
Ein wichtiges Buch, so willkommen wie ein Glas Wasser in der Wüste. Wenn man den Zustand der deutschen Romanistik betrachtet, wenn man über ihre Entwicklungsmöglichkeiten in der Zukunft nachdenken will, kommt man an diesem Buch nicht vorbei. Der kritischen Zustandsbeschreibung in der Einleitung dieses Buches kann man bedenkenlos zustimmen. Das Glas Wasser sichert dem unerfahrenen Reisenden für eine angenehme Weile das Überleben, verschafft ihm wichtige Zeit, um sich all das anzueignen, was ein Nomade zum Leben in der Wüst wissen muss. Wer sich darauf einlässt und schnell genug lernt, wo weitere Quellen verborgen sein könnten, wird mit diesem Buch gut bedient sein, wer einen Straßenatlas der virtuellen Romanistik erwartet, wird die Einsamkeit der Autobahnen kennen lernen und die Schönheit der Landschaften nie entdecken.
Man muss auch die Grunddefinitionen der Einleitung dieses Buches ernst nehmen.
'Die Romanistik befasst sich mit Texten' - Hier insistieren die Autoren etwas, ohne die Art der Texte weiter zu bestimmen, machen damit aber eine Vorgabe traditioneller Art, die das Buch wesentlich bestimmt. Bei einer intensiven Beschäftigung mit dem Internet ist auf Dauer eine Hinwendung zum Begriff 'Medien' unausweichlich und die vorgetragenen Ideen in den einzelnen Kapiteln machen die Tendenz deutlich, aber die Autoren legen ihren Schwerpunkt auf Texte.
Das Buch versteht sich als Einführung. Es ist präzise konzipiert und bietet ein detailliertes Inhaltsverzeichnis. Auf rund 100 Seiten werden Begriffe wie WWW, URL, IRC, Telnet, Mailing Lists und Newsgroups und weitere eher technische Aspekte behandelt. Gut erläutert wird das gezielte Recherchieren mit Suchmaschinen. Einzelne Bildschirmansichten lockern die Textflächen auf.
Im etwa 92 Seiten umfassenden Mittelteil, der den wesentlichen Wert des Buches ausmacht, werden etwa 300 nützliche und für die Romanistik wichtige Internetadressen gesammelt und kommentiert.
Die Untergliederungen umfassen neben allgemein interessierende Websites die Frankoromanistik, die Hispanistik, die Lateinamerikanistik, die Italianistik, die Lustitanistik und die Romania Minor. Überall werden Untergruppen wie z.B.. Suchsysteme, Institute, Fachverbände, Zeitschriften, Wörterbücher, Sprachwissenschaft, Literatur, Landeskunde, Medien, Geschichte, Kunst, Religion geführt.
Da ist vieles vertreten, was Rang und Namen hat, und falls doch die eine oder andere wichtige Adresse fehlt, ist sie nur einen Klick weit entfernt - Sie sehen, ich setze voraus, dass Sie dieses Buch neben dem Computer lesen und die Adressen gleich ausprobieren. Darin liegt der Sinn dieses Buches und der von Internet-Adresssammlungen im allgemeinen, die ähnlich wie traditionelle Bibliographien einen Überblick verschaffen, Wege zur Information zeigen, die wesentliche Information selbst aber nicht enthalten. Wer nun die Adressen als Anregung zum Wandern nutzt, wird schnell feststellen, dass auch diese Wüste lebt, dass Spuren, Pfade und Straßen immer auch zu Quellen führen und ein wenig Orientierung, wie sie dieses Buch bereitstellt, dem aus dem Wanderer einen Nomaden macht, der zielsicher die Wasserstellen ansteuert und auf das eingangs erwähnte Glas Wasser schon bald nicht mehr angewiesen ist.

Da verwundert es fast, dass das Buch noch einen fünfundzwanzigseitigen dritten Teil hat, wo u.a. Autorenrechte und das Zitieren angesprochen werden, sowie eine Einführung in das Publizieren von eigenen Materialien im Web. Der dazugehörige Ausflug in die HTML-Codierung ist für den Programmierhungrigen zu knapp, für den gelegentlichen Gebrauch hingegen unnötig, da heute Textverarbeitungsprogramme (zugegeben schlechten) HTML-Code zu erstellen. Da sind Tutorials aus dem Web wie z.B. selfhtml (nur dieses Wort in die Eingabezeile einer Suchmaschine wie z.B. www.altavista.de eingeben!) aktueller, vollständiger und übersichtlicher. Viereinhalb Seiten Bibliografie und ein technisches Glossar runden das Buch ab.

Das Internet ist nicht mit einem einzigen Buch zu beschreiben, und sogar die deutsche Romanistik, so klein sie im internationalen Rahmen wirkt, kann damit nicht eingegrenzt werden. Die Autoren selbst nehmen etwas verwundert unter den Insidern zunehmend Sekundarlehrer wahr. Genau genommen haben diese weit mehr Wirkung bei der Verbreitung romanistischer Inhalte als die wenigen Spitzenkräfte auf ihren Lehrstühlen. Das Internet mit seiner vereinfachten Publikationsweise kann nun weltweit dokumentieren, was bisher in schulischen Publikationen mit kleinen Auflagen schlummerte. Das vorliegende Buch belegt als Gebrauchsgegenstand, wie Internet und Buchmarkt sich ergänzen könne. Das Buch ist handlicher und übersichtlicher als ein Monitor. Wenn der Preis stimmt, ist eine parallele Publikation im Internet dem Absatz des Buches eher förderlich. Auch Herr Lustig sieht das wohl so, denn seine Linklisten kann man unter www.uni-mainz.de/~lustig sehen und nutzen. Falls Ihr Interessenschwerpunkt, geneigter Leser, bei Französisch liegt, möchte ich nur eine mächtige Linksammlung weiter empfehlen: clicnet.swarthmore.edu. Sie allein kann ein ganzes Buch füllen und Wochen bereichernder Recherchen garantieren. Aber sie liegt meines Wissens (noch?) nicht in Buchform vor und man kann sie deshalb kaum auf der Luftmatratze im Pool durcharbeiten. Aber wer käme auch schon auf diesen Gedanken? ;-) M. W.
 

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Michael Tillmann zeigt in www.passerelle an:

 
A
K
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U
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E
S
Dezember 2000
In unserer Dezember-Ausgabe finden Sie alle wichtigen Preisträger der diesjährigen Rentrée.
Das neben journalistischen und polemischen Betrachtungen zu Deutschland, wie wir sie in der letzten Ausgabe besprochen haben, auch seriöse Forschung betrieben wird, zeigt eine neuere Publikation aus der PUF-Reihe Perspectives germaniques.

Sachbuch
Wer wissen möchte, wie ein französischer "Hurensohn" die Amerikaner zur Weißglut brachte, kommt bei Jauvert auf seine Kosten. Der französische Historiker E. Husson hat eine dezidierte Meinung zur Aufgabe der deutschen Zeitgeschichtsforschung. Der Kommunikationsforscher D. Wolton entlarvt den Mythos Internet. Sprachenvielfalt und Sprachentot ist das Thema des Sprachwissenschaftlers C. Hagège.

Roman
Camille Laurens reicht ein Mann nicht: Männer müssen es sein. Jean-Jacques Schuhl ist eine Frau fast schon zuviel.

Über die jeweiligen Rubriken Fiktion, Non-Fiction und Deutsche Zustände gelangen Sie zu unseren Archiven. Neben den Neuerscheinungen können Sie dort auch ältere Rezensionen einsehen

 

Sachbuch des Monats:
Édouard Husson

Roman des Monats:
Jean-Jacques Schuhl

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Michael Tillmann
Leseprobe und Kritiken zu Hagège, Schuhl und Husson

Claude Hagège:

Halte à la mort des langues, Odile Jacob, Oktober 2000, 402 Seiten.
An Babylon scheiden sich die Geister. Wer in ferner Zukunft ersehnt, was Jahwe erzürnte, weil er in der Einsprachigkeit eine herausfordernde Hybris erblickte, wird die statistische Hochrechnung des französischen Sprachwissenschaftlers Claude Hagège mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen: Jährlich verschwinden 25 Sprachen, was bei einer voraussichtlich leicht verschärften Entwicklung die Sprachenvielfalt bis Ende des 21. Jahrhunderts auf weniger als 2500 Lebendidiome reduzieren dürfte. Für Sprachwissenschaftler und all jene, die nicht zu den dominanten Sprachgemeinschaften dieser Erde zählen, ist die babylonische Sprachverwirrung jedoch eine kulturelle Bereicherung, und mit Grausen verfolgen sie das um sich greifende Sprachensterben. Wenn die Weltöffentlichkeit dieser besorgniserregenden Entwicklung taten- und emotionslos zusieht, so wohl deshalb, weil in absehbarer Zeit keine der großen, westlichen Kultursprachen in seinen Grundfesten bedroht zu sein scheint und weil von einem zudem schleichenden Tod fürs Erste nur diejenigen Idiome betroffen scheinen, von deren Existenz und Gewesenheit man überhaupt erst durch den Nachruf Kenntnis nimmt. So weint man ihnen keine oder eine doch nur verlogene Träne nach, zumal sich der Sterbeprozess über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte hinzieht und gewöhnlich unblutig verläuft. In einer Situation des Bilingualismus wird in der Abfolge der Generationen die ursprüngliche Muttersprache meist aus Prestigegründen zugunsten der dominanten Fremdsprache aufgegeben, nachdem das Sprachsystem an die nachwachsenden Sprecher nur unzureichend weitervermittelt wurde und zunehmend nicht nur lexikalische, sondern auch diskursordnende und grammatische Elemente der Fremdsprache integriert hat. Hagège schildert diesen Prozess sehr eindringlich anhand des Quechua, der Sprache der Inkas, die in hispanischem Umfeld in zwei Varianten existiert. Unter dem Einfluss des Spanischen entfernt sich allerdings die städtische Variante immer mehr von der ursprünglicheren ländlichen Variante, da sie u.a. das kompliziertere Phonemsystem des Spanischen teilweise überträgt. Die prestigeträchtigere städtische und bereits in seiner Tiefenstruktur affektierte Variante wiederum genießt als Sprache einer "Wirtschaftselite" einen höheren Stellenwert. So beobachtet man die "freiwillige" Aufgabe der Muttersprache zugunsten einer hispanisierten Varietät, was eine akute Bedrohung des Quechua darstellt. Die Gründe, die es den Menschen geraten scheinen lassen, ihre Muttersprache zugunsten eines fremden Idioms aufzugeben, sind immer wieder dieselben: es liegt dem ein schlichtes Kalkül zugrunde, wonach wirtschaftlicher Aufstieg und soziale Anerkennung den Verlust der ererbten Muttersprache umso leichter fallen lassen, als diese von den Sprechern selbst nur noch unzureichend beherrscht und in seiner Bedeutung gering geschätzt wird. Das ist letztlich die Erfahrung, die jeder Dialektsprecher bereits einmal gemacht haben dürfte: in öffentlicher Rede kommt das Sprechen einer wenig geachteten Varietät einer faktischen Sprachlosigkeit und sozialen Ausgrenzung gleich. Angesichts der allgegenwärtigen Medienmacht hat sich dieser Prozess natürlich in den letzten Jahrzehnten beschleunigt. Hagège lässt dabei keinerlei Zweifel daran, dass die Dominanz des Angloamerikanischen unbestritten ist und dass auch die sogenannten Kultursprachen sich nicht allzu sehr in Sicherheit wiegen sollten:
"Der Kampf im Internet muss fraglos von den Verfechtern scheinbar gesunder Idiome, wie dem Französischen, Deutschen, Spanischen und Portugiesischen ernst genommen werden (...). Denn bei genauerem Hinsehen sind auch sie nicht dagegen gefeit. Das Angloamerikanische befindet sich in einem Expansionsprozess, dessen eventuelle Grenzen, wenn nicht etwas Unvorhergesehenes eintritt, gegenwärtig nicht zu ersehen ist. Natürlich könnte man sich auf den Standpunkt stellen, dass das nicht eben ein Unglück für die Menschheit darstellt und dass es im Gegenteil eher gut ist, wenn es eine Sprache mit einem offensichtlich immer internationaleren Anspruch geben würde, die sich in natürlicher Weise zu der jeweiligen Muttersprache gesellt.
Ich habe mich für die Zweisprachigkeit stark gemacht oder besser: für die Mehrsprachigkeit, nicht aber zugunsten des Angloamerikanischen. Das Angloamerikanische kann keine wirkliche internationale Sprache sein, d.h. ein neutrales Instrument, mit dem sich alle überall verständlich machen können. Es ist Träger einer Kultur, die alle anderen zu verschlingen droht, indem sie sie zu Verhandlungsobjekten herabwürdigt. Darüber hinaus ist es in einem idealen Universum von vier Milliarden Zweisprachigen nicht einer der Partner eines hoffnungsfrohen Paares, wo es harmonisch zu Seiten einer Nationalsprache aufträte. Es hat die Mittel, wenn nicht sogar den Anspruch, eines Tages die einzige Sprache zu sein. Dieser Prozess kann sich natürlich lange hinziehen. Aber eine der Schlussfolgerungen, die man aus vorliegendem Buch ziehen sollte, ist, dass alle Faktoren des Sprachensterbens - die politischen, die wirtschaftlichen, die gesellschaftlichen - gegen jede andere Sprache als das Englische, aber nur zu dessen Gunsten wirken können."
Diese abschließende Warnung zielt sicherlich darauf ab, die Sprecher der großen westlichen Kultursprachen für die Bedrohung des Weltsprachenerbes zu sensibilisieren, indem ihnen auch die eigene Sprache als nicht akut, wohl aber potentiell gefährdet vor Augen geführt wird. Auch wenn der Sprachwandel, die Entlehnungen aus dem Angloamerikanischen und die semantischen Transformationsprozesse eher ein Beweis für die Lebendigkeit einer Sprache darstellen und nur im Bereich der Informatik und in der Werbewelt ein gewisser Sättigungsgrad erreicht scheint, ist nicht zu leugnen, dass auch im Französischen und Deutschen dieselben Prozesse am Werke sind. Auch hier greift eine Wissenschafts- und Wirtschaftselite teils aus praktischen, teils aus Prestigegründen bereitwillig auf ein fremdes Idiom zurück und das sogar zunehmend auch in internen Entscheidungsfindungsprozessen. Neben der Elite beobachtet man allerdings gleichzeitig, dass das Angloamerikanische gerade auch auf die jugendlichen "Massen" eine magische Anziehungskraft ausübt, so dass die kontinentaleuropäischen Sprachen einem Anpassungsdruck ausgesetzt sind, der sich langfristig auch zu ihren Ungunsten auswirken könnte.
 
 
 
 

Andere Publikationen zu dem Thema:

Claude Duneton, La mort du français, Plon, 1999.

Weniger wissenschaftlich als Hagège, dafür umso polemischer proklamiert Claude Duneton den Tod des Französischen als unausweichlich (wenn nichts geschieht). Die These: Da das Französische anders als andere europäische Nationalsprachen in gewisser Hinsicht als Kunstprodukt einer gesellschaftlichen Elite entstanden ist und landesweit gewaltsam aufgezwungen wurde, ist es gerade deswegen anfälliger. Es hat sich eben nicht naturwüchsig herausgebildet und ist nicht tief im Alltag seiner Sprecher verankert, was eine affektive Bindungslosigkeit der Sprecher zu ihrem eigenen Idiom zur Folge hat.
Louis-Jean Calvet, La guerre des langues et les politiques linguistiques, Hachette Littérature, 1999 (1987).
Als Taschenbuch ist die Studie Calvets zu diversen Formen der Sprachpolitik erhältlich. In vergleichenden Untersuchungen werden die Formen politischen Handelns untersucht, die darauf abzielen, die Sprachentwicklung und den Sprachgebrauch zu beeinflussen. Anders als bei Hagège geht es hier um politisch intendiertes Handeln und die ideologischen Verstrickungen, die sich dahinter verbergen.


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Édouard Husson:

Comprendre Hitler et la Shoah. Les historiens de la République fédérale d'Allemagne et l'identité allemande depuis 1949, PUF, Oktober 2000, 306 Seiten.
Edouard Husson, der bereits während der Goldhagen-Debatte durch eine Publikation zutage getreten war ("Une culpabilité ordinaire? Les enjeux de la controverse Goldhagen"), die die Implikationen und die Tragweite der von dem amerikanischen Historiker vorgebrachten Thesen ermessen wollte, legt hier nun eine große Studie vor, die sich mit der Geschichtsschreibung des Nationalsozialismus in Deutschland seit 1949 auseinandersetzt. Die wichtigsten Arbeiten und Positionen zu diesem Thema aus dem Nachkriegsdeutschland werden dabei kurz referiert. Im Mittelpunkt steht allerdings weniger eine kritische, wissenschaftliche Prüfung dieser Hypothesen als die Darstellung der persönlichen Implikationen und politischen Bedeutung der Historiker und ihrer Forschungsergebnisse selbst. Dabei geht es um so bekannte und auch in der politischen Diskussion präsente Historiker wie Hans-Ulrich Wehler, Jürgen Kocka, Hans Mommsen und um die im Anschluss an die Publikationen eines Götz Aly mit zunehmender Eindringlichkeit gestellte Frage, wie sich die Anfälligkeit der Geschichtswissenschaft für das völkische Denken des Nationalsozialismus erklären lasse und warum die sogenannte "Fischer-Generation" so lange über die politischen Verstrickungen ihrer Lehrer habe schweigen können.

Geschichte und Geschichtsschreibung werden hier also als eine politische Wissenschaft verstanden, deren Ergebnisse direkten Einfluss auf die politische Kultur und damit auf das gewissermaßen "seelische Gleichgewicht" einer Gemeinschaft haben. Hussons Position diesbezüglich lässt an Klarheit nichts zu wünschen übrig: "Der deutsche Historiker des Nationalsozialismus, der seine Tätigkeit vor dem Hintergrund einer gedächtnisorientierten Konzeption der deutschen Nation entwirft, legt den Bürgersinn an den Tag, den man von ihm erwartet". Diese extrem zeitbezogene Konzeption der historischen Wissenschaft, in der der Forscher mit seinen Publikationen zwangsweise politisch Stellung bezieht, erklärt sich - zumindest teilweise - aus einem Forschungsansatz, der den religionswissenschaftlichen und soziologischen Arbeiten eines René Girard entliehen ist. Die Geschichte der Nationen ist eine Geschichte der Gewalt und der Schuldzuweisung, wie sie in dem Sündenbockprinzip vielleicht am deutlichsten zutage tritt. Dieses stete Diskulpieren der eigenen Verantwortung gipfelt in einer Opferhaltung, welche die Gewalt gegen Dritte rechtfertigt. Dies mittelalterlich anmutende Verhaltensmuster findet sich nicht nur in der Vorstellungswelt der Deutschen nach 1918, sondern auch - in subtilerer Form - in den "aufgeklärten" Kreisen der Wissenschaft: "Die Neigung, bei den anderen die Wurzel der von den Deutschen verübten Gewalt zu suchen, ist eine Fortsetzung der Opferlogik. Man macht andere weiterhin für die Gewalt verantwortlich, die man selbst verübt hat. Die (West)Deutschen nach 1945 sind im Unterschied zu 1918 zwar durchaus davon überzeugt, dass der Krieg verloren wurde. Sie lösen sich jedoch nur nach und nach von dem gedanklichen Mechanismus, der von 1918 an für eine neue Gewalteskalation den Boden bereitet hat: der Wunsch, außerhalb von Deutschland die Ursache für all das Unglück zu finden. Das bedeutet nicht allein, dass man die Schuld im Ausland sucht, sondern auch, dass man die führenden Politiker und das Naziregime als ein dem Wesen der deutschen Gesellschaft fremdes Phänomen darstellt." Was Husson hier also einklagt, ist ein klares - wissenschaftliches - Bekenntnis zur deutschen Schuld, die sich - politisch - in einer Gedächtniskultur niederzuschlagen habe. Historische Analysen, die den Versailler Vertrag oder gar den Bolschewismus als auslösendes Moment betrachten, werden demzufolge als unreflektierte Diskulpationsstrategien enttarnt, die eben an jenes Sündenbockprinzip der Schuldzuweisung anknüpfen, die es gerade zu durchbrechen gilt.

Der Hauptteil der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich im Anschluss an diese theoretische und methodologische Klarstellung mit den verschiedenen Positionen der deutschen Geschichtswissenschaft und den zyklisch wiederkehrenden scharfen Auseinandersetzungen, welche die Zunft spalteten. Dabei wird ein Generationenkonzept verwandt - aber als methodologische Prämisse nicht hergeleitet -, mit dem Husson die sogenannte "Fischer-Generation", d.h. jene jungen Historiker, die während der Kontroverse um die deutsche Kriegsschuld am I. Weltkrieg für den Hamburger Historiker Partei ergriffen, von der Generation um seinen größten Kritiker und Widersacher Gerhard Ritter abgrenzt. Im Laufe der Untersuchung schält sich dann eine neue Nachfolge-Generation heraus, die sich mit der Vergangenheit der Väter der Sozialgeschichte auseinandersetzt. In den Augen des prominentesten Vertreters der Bielefelder Schule, Hans-Ulrich Wehler, mag hierin ein versteckter Angriff auf seine Forschungsrichtung zu sehen sein. Obwohl sich auch Husson dessen bewusst ist, dass das Geschäft Universität starken Konkurrenzzwängen unterliegt, in denen persönliche Kritik der Hinterfragung einer fachlichen Vormachtstellung dient und in denen eine methodologische Breitseite persönliche Animositäten und - warum nicht? - Generationenkonflikte widerspiegelt, interpretiert er diese Attacken als einen Schritt auf dem Weg zu einer Gedächtnisnation Deutschland, die sich nicht länger als "Opfer" stilisiert.
 
 

Interviews mit den führenden deutschen Historikern zum Thema "Geschichtswissenschaft und Nationalsozialismus" finden Sie unter:

http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/

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Jean-Jacques Schuhl:
Ingrid Caven, Gallimard, August 2000, 302 Seiten.
Es beginnt im weihnachtlichen Schnee im Kriegsjahr 1943: ein merkwürdig ernstes junges Ding von nicht einmal fünf Jahren singt vor deutschen Soldaten mit kristallklarer Stimme. "Stille Nacht, Heilige Nacht". Eine Stimme wie aus einer anderen Welt. Es weiß noch nicht, dass ihr das enfant terrible des deutschen Films zu Füßen liegen wird, sich Yves-Saint Laurent um ihre Garderobe kümmert und ein "blassgesichtig-jüdisch-hugenottisch-abgebrannter Snob" eine Romanbiographie und Liebeserklärung wie einen Stendhalschen Kristallisationsprozess zu Papier bringt. Prix Goncourt 2000. Die Wahl der Juroren - von der Pariser Literaturkritik einhellig begrüßt - fiel dabei nach der vorjährigen Ehrung Jean Echenoz' (auf Deutsch im Berlin-Verlag) erneut auf einen intellektuell anspruchsvollen, durchkomponierten und ein kleinwenig prätentiös-verspielten Roman, was die alljährlichen Gerüchte um Mauscheleien, gekaufte Stimmen und das Mediengepolter um eine Poolposition im verlagsübergreifenden Marketingrennen der Produktpositionierung schlagartig verstummen ließ. Die Kunst hatte über den Kommerz die Oberhand behalten, und die gerührte Kritik verfiel in dasselbe andächtige Schweigen, wie die Fangemeinde und Hörerschaft Ingrid Cavens, der Hauptfigur und einziger raison d'être dieses Romans.

Jean-Jacques Schuhl war bereits in den 70er Jahren mit zwei beachteten Publikationen in Erscheinung getreten, bevor er, der literarische Außenseiter und Sonderling, sich zurückzog, um sich jetzt nach 25jährigem Schweigen umso eindringlicher in Erinnerung zu rufen. In einem Ton distanziert-eleganter Ironie und gleichzeitig provokativer Direktheit, wie er so gegenwärtig nicht eben häufig zu lesen ist, werden Episoden aus dem Leben der Caven preisgegeben, die gleichsam auch Episoden sind unseres Jahrhunderts. Krieg und Flucht. Lebenslust der Nachkriegszeit. Subkultur in Paris. Revolten und Terrorismus der Siebziger Jahre. Das Ende der großen Hollywood-Diven. Ein Abgesang. Ein Abgesang auf eine Zeit, die der heutigen Generation schon kaum mehr zugänglich ist. Ein Abgesang und ein Loblied also, denn Schuhl lässt keinen Zweifel daran, dass diese zu Ende gehende Epoche seine Zeit gewesen ist, dass ihm der Laptopmerkantilismus einen faden Beigeschmack hinterlässt und dass unser Leben leer bleibt, wenn die Leinwand der Filmkunst nicht länger mit Gegenwelten die plane Wirklichkeit herausfordert (s. Leseprobe anbei).
 
 
 

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Prix littéraires 2000


Die Kritik hat die diesjährigen Entscheidungen bei der Vergabe der Literaturpreise einhellig gelobt. Der Goncourt geht zum zweiten Mal in Folge (nach Jean Echenoz) an einen anspruchsvollen, stilistisch schwierigen Roman, der eine deutsche Filmdiva zum Thema hat. Einer der großen Favoriten der Rentrée 2000, Camille Laurens, hat bei der Wahl des Prix Femina die meisten Stimmen auf sich vereinigen können. Das sind sicherlich auch die beiden interessantesten Neuerscheinungen im Herbstprogramm der Verlage. Die Entscheidungen waren knapp, aber es hat sich einmal mehr bewahrheitet, dass die großen Verkaufserfolge im Vorfeld der anstehenden Preisvergaben gewöhnlich nicht ausgezeichnet werden. Das Marketingprodukt Beigbeder hat es zwar bis in die Endausscheidung geschafft. Dort allerdings war dann auch die Geduld der Juroren zu Ende.

Mehr Details finden Sie unter www.livresse.com


Prix Goncourt

Jean-Jacques Schuhl

Ingrid Caven,

Gallimard.

Das Leben der deutschen Sängerin und Filschauspielerin Ingrid Caven.

Siehe unsere Kritik.


Prix Femina

Camille Laurens:

Dans ces bras-là,

P.O.L.

Vater, Ehemann, Liebhaber, Arzt etc. - ein Männereigen wie ein Wiener Walzer.

Siehe unsere Kritik.


Prix Renaudot

Ahmadou Kourouma:

Allah n'est pas obligé,

Seuil.

Eine Stimme nur fehlte dem von der Elfenbeinküste stammenden Ahmadou Kourouma zum Prix Goncourt. Die ästhetische Entscheidung hat allerdings vor politischen Erwägungen den Ausschlag gegeben. Ein satirischer Blick auf Afrika, den Kontinent der Kriege und des Elends aus dem Blickwinkel des Soldatenkindes Birahima. Ein pikaresker Roman, in dem der Autor versucht, der französischen Literatursprache eine afrikanische Färbung zu geben.


Prix Interallié

Patrick Poivre d'Arvor:

L'irrésolu,

Albin Michel.

Auch in Frankreich greifen Nachrichtensprecher zur Feder. Das Resultat: Victor Priakov Parker wächst in Lyon vaterlos im Arbeitermilieu auf. Schnell gelingt ihm allerdings der soziale Aufstieg als Bel-Ami der Damenwelt und spitze Feder der Pariser Presse. Doch die Luft ist dünn im Zirkel der Mächtigen, und Intrigen schnell gesponnen. Ein Bildungsroman vor dem Hintergrund der III. Republik Frankreichs. In der Endauswahl hat sich die Jury gegen den Verkaufsschlager Beigbeder entschieden.
 
 


Prix Médicis

Yann Apperry:

Diabolus in Musica,

Grasset.

Wenn man Mutter und Großvater bei seiner Geburt verliert und der Vater seine Sorgen im Alkoholismus ertränkt, sollte einem Kind eigentlich keine berauschende Zukunft bevorstehen. Ein Organist entdeckt allerdings die außerordentliche musikalische Begabung des Kindes.


Prix Décembre

Anthony Palou:

Camille,

Bartillat.

Das Liebesleben einiger Studenten in der französischen Provinzstadt Nantes in den 80er Jahren.
 
 


Prix de l'Académie

Pascal Quignard:

Terrasse à Rome,

Gallimard.

Pascal Quignard ist um 100.000 FF reicher. Die Geschichte eines eifersüchtigen Verlobten, der das Gesicht des Liebhabers entstellt.
 

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Französischse Literatur im Merve-Verlag


Clément Rosset
Das Reale in seiner Einzigartigkeit
Aus dem Französischen von Ronald Voullié
ca. 180 Seiten  ca. 24,- DM  ISBN 3-88396-162-0  Berlin 2000

Die Realität besteht aus einzigartigen Gegenständen, sie ist eine unbestimmte Menge von nicht identifizierbaren Objekten. Aus eigentlich unbeschreibbaren Objekten, die allerdings um so realitätsgeladener sind, je schwieriger ihre Beschreibung ist. So sind zum Beispiel die Objekte des Lachens, des Schreckens, der Begierde, des Films und der Musik Anlaß für befremdliche und exemplarische Wahrnehmungen des Realen.


Jean Baudrillard
Der unmögliche Tausch
Aus dem Französischen von Markus Sedlaczek
208 Seiten  28,- DM  ISBN 3-88396-161-2  Berlin 2000

Ausgehend von der Abwesenheit jeglichen Äquivalents (in allen Bereichen: Politik, Recht, Ästhetik, Ökonomie; auch das Denken kann sich weder gegen die Wahrheit noch gegen die Realität austauschen) diagnostiziert Baudrillard die „radikale Ungewißheit“ der Welt.

Alle Versuche, dieser radikalen Ungewißheit zu entgehen (z.B. in universalisierenden Sytemen) sind gescheitert, und selbst die Überzeugung, in der virtuellen Realität und Intelligenz das definitive Äquivalent gefunden zu haben, trügt. „Alles, was sich gegen etwas austauschen möchte, stößt letzten Endes auf die Mauer des unmöglichen Tauschs.“ Die Notwendigkeit, künstliche Äquivalenzen zu schaffen, führt nur zu Figuren des Hyper, zu Prothesen etc. Unter diesem Vorzeichen wird alles zur „nutzlosen Funktion“ (Realität, Sex, Arbeit, Sprache, Zeit, Gedächtnis, der Andere, das Ereignis).

„Dieses Buch wäre eine Erforschung zunächst der ‚fatalen‘ sowie dann - durch eine poetische Übertragung der Situation - der glücklichen Konsequenzen des unmöglichen Tauschs.“

Jean-Luc Nancy
Der Eindringling / L’Intrus
Das fremde Herz
Aus dem Französischen von Alexander Garcia Düttmann
64 Seiten  14,- DM  ISBN 3-88396-158-2  Berlin 2000

Der Philosoph Jean-Luc Nancy spricht hier erstmals davon, wie er vor bald zehn Jahren des Herz eines anderen erhalten hat.

„Ich bin die Krankheit und die Medizin, ich bin die kanzeröse Zelle und das verpflanzte Herz, ich bin die Immunsystem schwächende Kraft. ich bin die Enden der eisernen Fäden, die meinen Brustkorb zusammenhalten und die Einspritzöffnung, die für den Rest meines Lebens unterhalb meines Schlüsselbeins angebracht ist, so wie ich früher bereits die Schrauben in meiner Hüfte und die Platte in meinem After war. Ich verwandle mich in einen Androiden der Science-Fiction oder in einen Scheintoten.“


Jacques Derrida / Friedrich Kittler
Nietzsche - Politik des Eigennamens
Wie man abschafft, wovon man spricht
Deutsch von Friedrich Kittler
128 Seiten 18,- DM ISBN 3-88396-157-4 Berlin 2000

Am 25. August 2000 jährt sich der Todestag von Friedrich Nietzsche zum hundersten Mal.

Zwei Texte, die 1980 in Sammelbänden erschienen und seit langem vergriffen sind, zwei Texte, die nichts von ihrer Aktualität verloren haben, weil sie von Nietzsche und der Politik handeln.
Es geht anhand von Nietzsches Autobiographie Ecce homo um den konstitutiven Akt der Signatur durch den Eigennamen des Autors und um die Vervielfachung der Person in mehrere Figuren, kurz: die Politik des Eigennamens.



Francois Jullien
Über die Wirksamkeit
Aus dem Französischen von Gabriele Ricke und Ronald Voullie
288 Seiten DM 36,- ISBN 3-88396-156-6

Es geht um Handlungsstrategien, um Kriegskunst Diplomatie und Rhetorik. Wie man mit Leichtigkei ohne große Mühet eine schwierige Lage meistert, wie man die potentielle Situationsenergie ausnützt, wie man rechtzeitig die günstige Gelegenheit erkennt, wie man die Meinung des anderen zu seinen Gunsten beeinflußt.
"...ein Denken in der Quere. Der Philosoph und Sinologe bewegt sich zwischen chinesischem und westlichen Denken und entwirft einen Begriff von Wirkungen."
J.-F. Lyotard, Le Monde.


223. Martin Stingelin
Das Netzwerk von Deleuze
Immanenz im Internet und auf Video
144 Seiten DM 18,- ISBN 3-88396-155-8  Berlin 2000

Das Bild des Denkens von Gilles Deleuze kann als Netz gesehen werden, das nicht nur die zahlreichen Bücher, Artikel und Interviews, sondern auch die seit 1997 im Internet publizierten Vorlesungen (www.deleuze.fr.st) und das siebenenhalbstündige Filmgespräch „L‘Abécédaire de Gilles Deleuze“ umfaßt. Beides legt Martin Stingelin hier zum erstenmal seinem Porträt von Deleuze zugrunde, „wünschenswert kritisch und dankenswert verständlich“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung), „Heiterkeit der Tabula rasa“ (Süddeutsche Zeitung), Platz 6 der „Sachbücher des Monats“ April 2000.

218. Michel Foucault
Die Malerei von Manet
Aus dem Französischen von Peter Geble
64 Seiten 14 farbige Abb. DM 20,- ISBN 3-88396-150-7
Berlin 1999

"... eine gut lesbare Studie und gleichzeitig eine Einführung in die Problematik der modernen Malerei, als dessen Vorläufer Manet uns hier mit gutem Recht präsentiert wird. Für Foucault macht Manet das Bild selbst zum Thema der Malerei. Das Bild wird so zum Objekt, auch durch die Einbeziehung der Materialität der Leinwand." Michael Glasmeier, Zitty


216. Michel Onfray
Die Formen der Zeit
Theorie des Sauternes
Aus dem Französischen von Markus Sedlaczek
128 Seiten DM 18,- ISBN 3-88396-148-5 Berlin 1999

"Onfray erzählt die Geschichte der Welt als Theorie des Sauternes-Weins. Sechs Tage braucht er, um - analog zur biblischen Schöpfungsgeschichte - von den Anfängen der Welt zur Weinprobe in die Gegenwart zu eilen...Selten hat über Wein nur zu lesen so viel Spaß gemacht. Michel Onfray ist ein würdiger Nachfolger Platons, der in seinem Gastmahl das Saufgelage philosophisch adelte." Christian Jürgens, Die Zeit

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Alternatives Economiques

Wir stellen hier eine Seite der Zeitung "Alternatives Economiques" vor, als Anregung selber darin herumzustöbern. http://www.alternatives-economiques.fr

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Dernière mise à jour : 8 janvier 2001
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ALTERNATIVES ECONOMIQUES SUR LE NET

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Rechercher un article : l'index des articles parus depuis janvier 1993 (mensuel et hors-série)

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L'actualité du livre : notes de lecture.

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Alternatives Economiques
Les livres
 
 
 
 
Les notes de lecture de nos précédents numéros :

Ouvrages généraux
Théorie économique, Histoire.
Monnaie, finance
Politiques publiques
Etat,
finances publiques,
politiques économique.
Monde du travail
Travail,
emploi,
syndicalisme.
Protection sociale
Environnement
Aménagement du territoire.
Société, Sociologie
Entreprise
Secteur d'activité,
organisation,
gestion,
marketing.
L’Europe
International
Développement,
régions du monde.

 

Le livre du moisLe temps des réseaux
 
 

L’AGE DE L’ACCES
La révolution de la nouvelle économie
par Jeremy Rifkin
Coll. Cahiers libres, éd. La Découverte, 395 p., 149 F (22,71 euros).

Jeremy Rifkin pratique un art difficile : vulgariser les mutations en cours, avec précision et pédagogie, tout en dégageant les enjeux politiques et sociaux de façon radicale. Comme c’était déjà le cas à propos des biotechnologies dans Le siècle biotech, il parvient, dans L’âge de l’accès, à pousser au bout la réflexion sur ce que l’Internet et la nouvelle économie changent aux mécanismes socio-économiques fondamentaux du capitalisme. Pour lui, nous quittons l’économie de marché pour entrer dans une économie de réseaux. Et il s’agit vraiment d’une rupture. L’économie de marché est discontinue : on va sur le marché, on achète un bien ou un service, on en devient donc propriétaire, et on sort du marché pour s’adonner à des activités non marchandes.
Une économie de réseaux, quant à elle, est fondée sur la location, l’accès payant 24 heures sur 24, 7 jours sur 7, à toutes sortes de services. Après le téléphone et l’électricité, c’est aujourd’hui au tour de l’Internet, de la télévision, de l’automobile, des graines dans l’agriculture (avec les OGM...). Avec une conséquence majeure : nos activités sont progressivement enserrées dans des liens commerciaux avec des offreurs privés, qui conservent la propriété des réseaux et nous en louent l’accès momentané (d’où le titre de l’ouvrage). Ceux qui possèdent ces réseaux se retrouvent donc dotés d’un pouvoir considérable.
Pour Jeremy Rifkin, cette mainmise sur nos existences fait peser une menace analogue au risque que l’ère industrielle fait courir à la nature en réduisant la biodiversité. Elle risque d’ailleurs d’assécher les sources mêmes de la culture, fondement de l’ordre politique démocratique, mais également... du capitalisme marchand. Les Disney, Microsoft et autres Vivendi peuvent certes exploiter la culture créée depuis des millénaires pour la transformer en marchandises, films, jeux, etc., mais ils ne peuvent pas en créer de nouvelle : la culture ne peut s’épanouir que dans des rapports non marchands. C’est en politisant le « troisième secteur », la société civile, en rassemblant à l’échelle mondiale les forces qui refusent la marchandisation du monde qu’on peut espérer faire contrepoids. Encore faut-il que le remède ne soit pas pire que le mal et éviter les pièges du nationalisme et du fondamentalisme. Jeremy Rifkin, l’alliance rare du militantisme et de la compétence. Stimulant.

Guillaume Duval
Pas de pitié pour les gueux.
Sur les théories économiques du chômage
par Laurent Cordonnier
Coll. Liber, éd. Raisons d’agir (diff. Seuil), 110 p., 30 F (4,57 euros).

Marge : Mesdames et Messieurs, venez voir comment l’économiste, « ce savant désintéressé qui possède la souplesse nécessaire pour grimper sur ses propres épaules [procède] à partir de ce robuste promontoire aux abstractions nécessaires pour saisir le travail comme un concept pur ». Venez découvrir que, s’il y a du chômage, forcément volontaire, forcément, c’est tout simplement parce que les salariés sont poltrons (théorie de l’« aversion du risque »), roublards (théorie du « salaire d’efficience »), paresseux (modèle du « tire-au-flanc ») et méchants (modèle « insider-outsider »). Avec l’auteur, qui connaît son économie néoclassique sur le bout des doigts, voyez comment, « une fois défroquées de leurs oripeaux savants,[les théories néoclassiques du chômage] frôlent souvent l’abject, à un point dont on n’a généralement pas idée ». (Il pouffe !) Et en plus, c’est drôle !
Manœuvre (inquiet) : Arrête ! Si les livres d’économie deviennent intelligents et drôles..., on devient quoi, nous ? 

Marge & Manœuvre Bras de fer américain

 
 

« Merchants of Risks : the Fed Draws a Line », FOMC Alert, 3 octobre 2000.
Web : www.fmcenter.org/pdf/sept00.pdf

Les principaux établissements financiers américains sont actuellement engagés dans un bras de fer avec la Federal Reserve (Fed), la banque centrale des Etats-Unis. L’enjeu : la possibilité, pour ces gros conglomérats financiers, de développer sans contrainte leurs activités de banque d’affaires, c’est-à-dire d’achat, de vente et de gestion de portefeuilles d’actions. Une activité très rentable et très risquée.

La Fed tente de s’y opposer, afin d’éviter qu’un établissement d’importance (regroupant des activités de banque, d’assurance et d’intermédiaire sur les marchés boursiers) fasse faillite et fragilise le financement de l’économie suite à ses mauvais paris en Bourse. Une bataille parfaitement expliquée par les spécialistes du Financial Markets Center, une organisation non gouvernementale de Fed watchers (d’ « observateurs de la Fed »), c’est-à-dire de professionnels de la finance qui décortiquent et commentent les décisions de la banque centrale américaine.
Pour comprendre ce débat, il faut remonter au krach boursier de 1929. A l’époque, les banques commerciales, celles qui gèrent nos comptes en banques avec leurs réseaux de succursales, avaient le droit de jouer en Bourse. Résultat : elles furent emportées par la crise. Le gouvernement Roosevelt décida donc, en 1933, d’imposer une stricte séparation entre les activités de banque traditionnelles et les activités liées aux marchés boursiers. Cette muraille de Chine, c’est le Glass-Steagall Act.
Mais les banques ont la mémoire courte. Surtout quand la Bourse se met à grimper vite et fort. Au cours des années 80 et 90, les banques commerciales demandent à la Fed de plus en plus d’exceptions à la règle et s’engagent dans un jeu d’influence politique pour éliminer la loi Glass-Steagall. La Fed s’y oppose, mais elles finissent par obtenir gain de cause en 1999. Une nouvelle loi, Gramm-Leach-Bliley (du nom des parlementaires soumis à l’influence des lobbies bancaires), la remplace depuis le début de cette année. Elle réconcilie le droit et les faits, car, bien que théoriquement interdits, les placements boursiers des grandes banques ont doublé de 1994 à 1999, avec des rendements de l’ordre de 30 à 40 % par an.
Mais la Fed ne s’avoue pas vaincue. En mars dernier, elle essaie de s’immiscer dans les détails de la loi en réintroduisant des obstacles à la gestion directe des activités boursières par les conglomérats financiers, notamment en les forçant à mettre de côté 50 cents pour chaque dollar investi dans leurs activités de banque d’affaires, six fois plus que ce qui se faisait avant la loi. Tollé des gros établissements financiers qui, Chase Manhattan en tête, se lancent dans une bagarre politique pour faire reculer la banque centrale.
Pourtant, en dehors d’une motivation liée à l’augmentation de leurs profits, ces conglomérats financiers n’ont aucun argument pour soutenir leur position. Cette libéralisation ne favorisera pas un meilleur financement de l’économie : les start-up de la nouvelle économie trouvent déjà facilement à se financer et les multinationales de la vieille économie aussi. Le risque de rendre les banques sensibles aux secousses de la Bourse est réel : ainsi, les résultats de la Chase Manhattan ont plongé au deuxième trimestre 2000 après la chute du Nasdaq, le marché boursier pour les jeunes entreprises de haute technologie. Et les conflits d’intérêts vont se multiplier : une banque fera-t-elle des prêts intéressants à une entreprise qui concurrence trop celle dont elle détient des actions dans son portefeuille ? Si ses analystes financiers concluent qu’il faut vendre des actions d’entreprises par ailleurs détenues par la banque, le conseilleront-ils à leurs clients ?
La Fed est sous le feu de pressions politiques très fortes pour abandonner ses exigences. Mais, comme l’indiquent les spécialistes du Financial Markets Center, elle se heurte à deux gros problèmes : il n’existe pas aujourd’hui aux Etats-Unis de soutien politique en faveur de la sécurité financière ; la Fed elle-même a expliqué ces dernières années que toute dérégulation des marchés financiers était une bonne chose pour les Etats-Unis. Pour gagner cette bataille, la banque centrale américaine va devoir montrer qu’elle est encore capable de défendre les intérêts collectifs du système financier américain contre les intérêts particuliers de ses plus gros acteurs.

Christian Chavagneux De l’air !

 
 

ContrÔler l’effet de serre :
l’enjeu de politique publique internationale
Economie internationale n° 82, Cepii
2e trimestre 2000, éd. La Documentation française, 118 F (17,99 euros).

La revue du Centre d’études prospectives et d’informations internationales (Cepii) a profité de l’actualité des négociations de La Haye autour du protocole de Kyoto sur les émissions de gaz à effet de serre pour présenter l’état de la recherche économique dans ce domaine. 
Au menu : un bilan de l’expérience américaine des permis d’émission de dioxyde de soufre ; une analyse des coûts de réduction des émissions de dioxyde de carbone dans l’atmosphère, selon les régions et les secteurs d’activité ; une réflexion sur les outils les plus appropriés (écotaxes et permis négociables) pour concilier équité et efficacité dans le contrôle de l’effet de serre ; ainsi qu’une étude de la consommation d’énergie sur longue période, qui démontre que celle-ci est influencée davantage par l’évolution du niveau de vie que par l’évolution du prix de l’énergie. 
Des analyses pointues, destinées à un public d’initiés.

D. A. Une République sous surveillance

 
 

La machine à trahir
Rapport sur le délabrement de nos institutions
par Arnaud Montebourg
Ed. Denoël, 253 p., 99 F (15,09 euros).

Le livre d’Arnaud Montebourg souffre de trois défauts : son titre, racoleur, son style, grandiloquent, et la campagne médiatique et politique dont il a fait l’objet. Les trois nuisent à la crédibilité d’un ouvrage qui mérite plus que le détour. Certes, le député de Saône-et-Loire tape fort, à gauche et – surtout – à droite, en proposant, par exemple, de traduire le président de la République devant la Haute Cour de justice afin qu’il réponde de ses actes délictueux dans le cadre du financement du RPR. Mais cette proposition provocante (et la dizaine d’autres que contient le livre) s’inscrit dans le double objectif que s’est fixé l’auteur : redonner confiance aux citoyens français dans leurs institutions, redonner du pouvoir à l’Assemblée nationale par rapport à la présidence et au gouvernement.
Arnaud Montebourg nous propose en fait un bilan sans concession des dérives de la Ve République. Une présidence aux activités diplomatiques « parallèles et clandestines », un lieu ouvert au népotisme et à l’affairisme. Un gouvernement qui ignore le plus qu’il peut les parlementaires (voir la liste hilarante des motifs de rejet des amendements proposés par les députés), une justice de classe qui favorise les puissants, une décentralisation qui a créé des despotes locaux, une absence de transparence organisée qui interdit aux députés d’avoir une idée précise de l’utilisation des deniers publics par l’Etat.
Montebourg est tellement convainquant qu’il pourrait nous dégoûter à tout jamais de la politique. Mais, loin du « tous pourris », il fait suivre chacun de ses constats de propositions pour remédier aux maux qu’il décrit. Il ouvre ainsi des débats de fond qui montrent aux citoyens que les choses peuvent changer et que le débat politique mérite qu’on s’y investisse.

Ch. Ch. La représentativité syndicale
Chronique internationale de l’Ires n° 44, 65 F (9,91 euros).
L’Institut de recherches économiques et sociales (Ires) est géré par les cinq organisations syndicales représentatives françaises. Il vient de publier une étude comparative de la façon dont est gérée la représentativité syndicale dans les principaux pays européens et aux Etats-Unis. Il n’est pas sûr, cependant, que les exemples étrangers soient d’un grand secours. La principale conclusion de ce tour d’horizon est en effet que, dans la plupart des autres pays, la question... ne se pose pas. Reste un aperçu utile des différents systèmes de négociation sociale et de leur diversité persistante.

Maîtriser le marché
 
 

Les impasses de la modernité
par Christian Coméliau
Ed. du Seuil, 260 p., 130 F (19,82 euros).

Ivan Illich a inventé le concept de « seuil contre-productif » : quelque chose de bénéfique finit, une fois un certain seuil franchi, par engendrer des effets négatifs qui vont à l’encontre du but poursuivi. C’est ce qui se produit avec la modernité, qui repose sur quatre piliers : la raison pousse à comprendre, à expliquer, à critiquer ; l’individu, seul juge de ce qu’il est bon de faire et de penser ; le progrès social pousse à ce que demain soit meilleur qu’aujourd’hui ; la démocratie pose l’égalité de droit de chacun.
La mayonnaise de ces quatre éléments a produit un extraordinaire (et bénéfique) changement social. Mais, sous la poussée d’une marchandisation générale de la société, la rationalité s’intéresse aux moyens, pas aux fins, et engendre une croissance déconnectée des besoins ; l’individualisme aboutit à accentuer les inégalités, au détriment de la cohésion sociale ; le progrès social s’est mué en primauté de l’accumulation et du profit, et la démocratie est battue en brèche par l’irruption de la mondialisation.
Limiter la toute-puissance du marché, réintroduire l’homme et le politique dans la décision et dans les processus sociaux, voilà, pour l’auteur, l’urgence absolue. Cette intéressante synthèse laisse cependant le lecteur sur sa faim quant aux moyens d’empêcher le fatal engrenage d’une modernité qui a perdu le sens.

Denis Clerc La visite du chancelier autrichien en Suisse
par Michel Vinaver
Ed. L’Arche, 48 p., 49 F (7,47 euros)
Michel Vinaver est l’un des plus grands auteurs de théâtre français contemporain. Juste avant de partir pour un colloque en Suisse, il apprend comment les autorités helvétiques ont reçu, avec les plus grands honneurs, le nouveau chancelier autrichien Wolfgang Schuessel, qui doit 
son poste au soutien du parti xénophobe du leader d’extrême droite Jörg Haider. Après avoir refusé d’aller en Suisse, il se laisse convaincre de venir expliquer sa position. C’est le texte de son intervention qui est publié ici. Un texte court, simple, fort, pour dire non aux compromissions.

El Ejido, terre de non-droit
par le Forum civique européen
FCE (Mas-de-Granier, Caphan, 13310 Saint-Martin-de-Crau ), 119 p., 60 F (9,15 euros).

Début février 2000, une partie de la population d’El Ejido (Andalousie) s’est livrée à une véritable chasse aux étrangers, une main-d’œuvre d’origine essentiellement marocaine, exploitée par l’agriculture hyper-intensive espagnole. La police a peu réagi. La communauté internationale ne s’est pas mobilisée. Depuis, plus rien. Le Forum civique européen est parti enquêter sur le terrain et les résultats sont accablants pour l’Espagne et pour l’Europe tout entière. Une révision des politiques d’immigration et d’accueil des étrangers s’impose. Et pas seulement en Espagne.

Un débat pluridisciplinaire
 
 

Les identités culturelles
Comprendre n° 1, 2000
422 p., 149 F (22,71 euros).

Le défi que lance cette nouvelle revue annuelle est ambitieux : montrer en quoi les enseignements de la philosophie et des sciences sociales (en particulier la sociologie) peuvent permettre de mieux comprendre, de façon complémentaire, le monde contemporain. Avec la question des identités culturelles, les auteurs n’ont pas choisi le thème le plus simple pour leur premier numéro. Comment vivre ensemble tout en respectant les différences ?
Le résultat est prometteur, tant par l’étendue des thèmes traités que la variété et la pluridisciplinarité des auteurs. Comprendre, dirigée par Raymond Boudon, n’est en rien la revue de l’individualisme méthodologique. Mais sa politique d’ « ouverture »n’est malheureusement pas complète : la question sociale est presque absente de ce volume, même si Michel Wieviorka indique au passage « qu’il convient de ne pas dissocier la question culturelle de la question sociale ».

Louis Maurin Stratégie de la firme

 
 

Le défi
Contourner la concurrence
par Yuda Tuval
Ed. Village mondial, 224 p., 175 F (26,68 euros).

Le message de Yuda Tuval aux chefs d’entreprise est simple : celui qui joue le même jeu que les autres, avec les mêmes règles, est une victime désignée. Dans son grand classique Choix stratégiques et concurrence, Michaël Porter proposait trois stratégies pour une firme : la domination par les coûts, la concentration sur un segment de marché ou la différenciation. Pour Yuda Tuval, dans le contexte concurrentiel actuel, seule la dernière reste pertinente. Seuls ont des chances de survivre ceux qui réussissent à changer les règles – les « mutants »– ou, mieux, à changer de jeu – les « créateurs ».
Il montre les conséquences de ces choix sur les relations de la firme avec toutes les parties prenantes (stakeholders), depuis les clients jusqu’aux fournisseurs, en passant par les cadres, les employés, les actionnaires, les firmes concurrentes et/ou partenaires, sans oublier l’environnement institutionnel. Consultant chez KPMG, il donne bien entendu quelques conseils pratiques. Simple et facile à lire, pour ceux qui s’intéressent à l’évolution du management stratégique des entreprises.

Marc Mousli L’aventure européenne

 
 

La question de l’Etat européen
par Jean-Marc Ferry
Ed. Gallimard, 320 p, 129 F (19,67 euros).

Cet ouvrage passionnant vient à point nommé pour alimenter le débat sur la nature et l’avenir de la construction européenne. Il analyse avec beaucoup de pertinence le dualisme de cette aventure historique sans précédent : l’Europe rassemble des peuples, mais aussi des Etats. L’Etat européen en devenir ne peut donc prendre la forme de l’Etat classique, qui affirme son monopole de la souveraineté. Il apparaît plutôt comme le lieu où s’organisent des règles et des droits communs, au profit des personnes physiques et morales résidant dans l’Union. C’est en ce sens qu’il a un caractère « cosmopolitique ».
Mais l’avenir d’une telle construction suppose que les Etats et les peuples qui la composent partagent des valeurs communes. C’est alors que Jean-Marc Ferry abandonne le terrain analytique pour prendre un ton normatif, en défendant le principe d’une allocation universelle comme condition de la citoyenneté dans nos sociétés marquées par le chômage et l’exclusion, en militant pour des réformes propres à faire avancer une culture commune, que ce soit dans le domaine de l’audiovisuel public ou de la réévaluation des histoires nationales, condition de l’émergence d’une mémoire commune, élément essentiel du pacte démocratique.

Philippe Frémeaux Apartheid social et auto-organisation

 
 

Défaite ouvrière et exclusion
par Danielle Bleitrach et Mustapha El Miri
Ed. L’Harmattan, 220 p., 120 F (18,29 euros).

Sous un titre un peu grandiloquent, qui fait référence à la lutte des classes, chère à Marx, ce livre fournit une analyse concrète de l’exclusion et du rôle du RMI, qui contribue à apporter un éclairage sur les transformations en cours. S’appuyant sur un échantillon d’allocataires du RMI, représentatif des allocataires du centre-ville de Marseille, à qui ils ont transmis un questionnaire, les auteurs soulignent que le RMI ne rassemble pas une population homogène, mais regroupe trois générations. Trois génération qui illustrent en quoi l’exclusion résulte d’un accroissement des inégalités sociales et surtout d’un blocage des mobilités sociales ascendantes pour les catégories du bas de l’échelle, les peu diplômés et les enfants de professions en régression. Le développement des working poors (des travailleurs pauvres) en témoigne, nous avons affaire à une paupérisation galopante, masquée derrière les discours sur l’exclusion.
Les auteurs mettent ces analyses en rapport avec la situation du marché du logement à Marseille. Ils reviennent aussi sur l’implantation d’un centre commercial et sur les rêves qu’il avait suscités auprès d’une population qui va renouer avec les traditions de la lutte pour obtenir d’être acceptée parmi les candidats au recrutement, alors qu’elle habite une cité stigmatisée. 

Carole Yerochewski Un théoricien de la socio-économie

 
 

Le marché autrement
par Mark Granovetter
Ed. Desclée de Brouwer, 240 p., 168 F (25,61 euros).

Voici, enfin traduits en français, un certain nombre d’essais d’un des grands noms de la socio-économie contemporaine, dont Jean-Louis Laville, dans son intéressante préface, présente les grands courants. Ce livre s’intéresse en particulier aux relations sociales, dont la prise en compte éclaire les comportements des acteurs. Ainsi, certains chômeurs retrouvent plus facilement du travail que d’autres. Alors que les économistes mettent en avant des explications liées au salaire proposé, aux revenus sociaux perçus par les chômeurs, etc., Granovetter avance l’idée de l’importance des liens sociaux « faibles », c’est-à-dire de relations sociales mobilisant peu de temps pour l’individu : celui qui est connu d’un grand nombre de personnes a plus de chances d’être recruté que celui qui connaît moins de monde, mais bien mieux (« liens forts »), parce que les embauches s’appuient souvent sur la connaissance personnelle ou indirecte des candidats. Les liens faibles facilitent l’intégration, les liens forts la fragmentation en petits groupes étrangers les uns aux autres.
Relations économiques et relations sociales s’interpénètrent, les premières étant « encastrées »dans les secondes, explique Granovetter. Les hommes ne sont pas des atomes et, à côté de la rationalité économique, il peut exister une rationalité sociale qui explique certains comportements. L’auteur ne plaide donc pas pour une moindre rationalité, mais pour une « polyrationalité », plus complexe et, finalement, plus éclairante que la seule recherche de l’intérêt matériel. C’est stimulant en diable, même si le spectacle d’un sociologue jetant des ponts avec les analyses néoclassiques sans recourir pour autant à l’individualisme méthodologique peut paraître curieux.

Dominique Charpentier Eloge de la vieillesse

 
 

Vive le papy-boom
par Robert Rochefort
Ed. Odile Jacob, 292 p., 130 F (19,82 euros).

La France vieillit, mais loin d’être une catastrophe, cette évolution présente des opportunités de changements bénéfiques. Les seniors d’aujourd’hui, et plus encore ceux de demain, sont en effet en pleine forme. Ils sont disponibles et prêts à s’investir, dans la vie associative ou en donnant un coup de main à leurs enfants. 
Ne confondons pas vieillissement et vieillesse, nous explique le directeur du Credoc : le premier progresse, la seconde recule, parce que « le moment où la population commence à souffrir de réelles incapacités »ne cesse de reculer, et ce mouvement devrait se poursuivre. Dans une société où la moyenne d’âge augmente, mais où les maux du grand âge sont aussi plus tardifs, l’expérience des seniors « peut aider à stabiliser une société prise dans le tourbillon de son accélération effrénée ».
Qui se plaindrait que la société devienne un peu plus sage et que le lien familial se resserre et permette aux solidarités intergénérationnelles de se concrétiser ? Ne nous cachons cependant pas les problèmes, avance l’auteur : ceux liés à la solitude et aux infirmités, qui sont inévitablement le lot des plus âgés ; ceux du financement des retraites, qui imposeront d’allonger les périodes d’activité et d’instaurer des fonds de pension en complément de la répartition, non parce qu’ils seraient plus performants, mais parce que l’individualisation de l’épargne constituée peut rassurer. Au prix d’une accentuation des inégalités de revenu entre retraités, pourtant déjà fortes, peut-on rétorquer à l’auteur, qui passe un peu vite sur certains effets contestables de cette solution.
Au total, et même si le chapitre sur les dépenses des seniors semble avoir été conçu pour des commerçants attirés par ce marché, voici un livre à la fois bourré d’informations, agréable à lire et optimiste.

D. Ch. Vive l’emploi !

 
 

Les politiques de l’emploi
par Liêm Hoang-Ngoc
Coll. Points, éd. du Seuil, 268 p., 48 F (7,32 euros).

Ça commence très fort, par de la théorie – le chômage d’équilibre chez les monétaristes et les néokeynésiens –, mais que le profane se rassure : c’est parce que l’auteur va en découdre avec la thèse d’un chômage structurel qui, selon lui, inspire peu ou prou la plupart des politiques actuelles d’emploi, acharnées à réduire le coût du travail et à limiter les revenus de remplacement. Or, « la thèse de l’excès du coût du travail comme élément explicatif de la persistance du chômage est extrêmement fragile », comme celle du lien « entre le niveau du chômage et le niveau ou la durée des indemnisations ». Mais elle a engendré la paupérisation des travailleurs privés d’emploi et multiplié les boulots mal payés et mal considérés.
L’animateur de l’Appel des économistes contre la pensée unique détaille donc tout le mal qu’il convient de penser de cette politique libérale de réduction du coût salarial (par le biais des exonérations de cotisations sociales) et, à l’inverse, tout le bien qu’il convient de penser des politiques de réduction du temps de travail, à condition qu’elles ne s’accompagnent pas d’une contraction des salaires. Aux politiques structurelles de l’emploi, il convient de substituer des politiques macroéconomiques de stimulation de la croissance, conclut-il.
Et pourquoi pas les deux, pensera le lecteur naïf, pas totalement convaincu qu’il s’agisse d’un choix binaire : la réduction de la durée du travail a relancé la dynamique salariale, non par une hausse du salaire individuel, mais par un accroissement du nombre de salariés. A trop vouloir opposer bonnes et mauvaises politiques, l’auteur semble avoir oublié la croissance actuelle de l’emploi, qui doit sans doute beaucoup à un mélange, peut-être monstrueux sous l’angle théorique, mais efficace d’un point de vue pragmatique.

D. Cl. Au boulot !

 
 

Le retour du plein-emploi ?
L’Economie Politique n° 8
4e trim. 2000, éditée par Alternatives Economiques, 112 p., 65 F (9,91 euros).

Les économistes commencent à dire que le plein-emploi est un objectif possible. Mais quel plein-emploi ?, s’interroge le dernier numéro de L’Economie Politique. Dominique Méda constate la forte hétérogénéité des conditions d’emploi et montre que le temps de travail peut respecter les temps sociaux.
Pascal Petit fait le lien entre nouvelle économie et évolution de l’emploi. Une évolution qui a pris en partie la forme d’une dégradation des conditions de travail, explique Pierre Concialdi. Bernard Gazier, Jacques Freyssinet, Jacky Fayolle et Jean-Christophe Le Duigou questionnent le contenu des politiques d’emploi, et leurs analyses convergent : même si le plein-emploi revient, ces politiques resteront nécessaires. On se délectera aussi de l’article ironique de Thomas Coutrot et Marc Guillaumie sur les inconsistances du discours de l’OCDE...

Eve Channing Sociologie des sciences
par Olivier Martin
Coll. 128, éd. Nathan, 128 p., 52 F (7,93 euros).
La production scientifique n’est pas un monde à part, déconnecté de la société et de ses transformations. Au moment où les innovations technologiques, notamment en matière de génétique, interrogent nos sociétés, comprendre comment se construit la science est pour le moins d’un grand intérêt. Une bonne synthèse.

Images économiques du monde 2001
Ed. Sedes, 387 p., 133 F (20,27 euros).

Les Images éco, c’est l’outsider des annuaires pays annuel. Beaucoup moins connu que le Bilan du monde (Le Monde éd.) ou L’état du monde (éd. la Découverte), cet ouvrage mérite pourtant le détour, surtout que l’ensemble a été considérablement amélioré ces dernières années. Les données (15 000 selon l’éditeur et 120 pays analysés) priment sur le commentaire, ce qui n’est pas toujours un mauvais point pour ce genre d’ouvrage.

Growing Proserity
par Barry Bluestone et Bennett Harrison
Houghton Mifflin, 352 p., 24 $.

Pour comprendre l’économie américaine, et notamment la hausse des gains de productivité, rien ne vaut les auteurs américains eux-mêmes. Barry Bluestone et Bennett Harrison croient à l’impact des nouvelles technologies, mais estiment que l’obsession de la dette et de l’inflation et la faiblesse de l’investissement public compromettent les chances de la croissance à long terme. En anglais uniquement.

Retour aux sources
 
 

Le sociologue et son terrain
par Henri Mendras et Marco Oberti
Coll. U, éd. Armand Colin, 294 p., 145 F (22,11 euros).

Henri Mendras et Marco Oberti reviennent sur ce qui fait la substance de la sociologie. Un voyage sur trente terrains différents, de la Kabylie de Pierre Bourdieu à l’étude de la société salariale de Robert Castel, en passant par le travail d’Irène Théry sur le divorce. Pour eux, le terrain « ne se réduit pas à l’investigation d’un espace ou d’une institution choisis dans la société (une prison, une école, un village, un quartier, etc.). »Archives, données statistiques, articles de presse peuvent aussi servir de fondements à une sociologie diversifiée.
En réalité, ce livre constitue un panorama des sources à l’origine de quelques-uns des grands travaux de la sociologie française contemporaine. Il est loin d’être exhaustif, mais ces éclairages font apparaître le socle concret de cette science qui, parfois, masque derrière des discours savants une certaine déconnexion du réel et des questions qui se posent à la société.

L. M. La science politique et la mondialisation

 
 

Politique internationale
par Josepha Laroche
Ed. LGDJ, 616 p., 170 F (25,92 euros), 2e éd. revue et corrigée.

Voici, à l’évidence, un manuel qui fera date. Parce qu’il a tout ce qu’il faut pour aider les étudiants : qualités pédagogiques, glossaire, index, il permet de se retrouver facilement dans la vaste production des spécialistes de science politique qui se consacrent à l’analyse des questions internationales. L’ouvrage se révèle un outil très utile pour les économistes : en fait, Josepha Laroche nous guide dans des champs de recherche qui nous montrent comment une autre science sociale appréhende la question de la mondialisation.
Il faut reconnaître que les politologues s’affirment en ce moment nettement plus ouverts que les économistes aux disciplines qui leur sont extérieures. Les dimensions multiples de la mondialisation sont mieux prises en compte et incitent à bousculer les frontières traditionnelles entre les sciences sociales. A la lecture de ce manuel, on fait un premier pas pour découvrir la richesse de cette ouverture d’esprit. On ne peut que l’encourager.

Ch. Ch. Le monde en perspective

 
 

Le dictionnaire historique et géopolitique du XXe siècle
Ed. La Découverte, 736 p., 198 F (30,18 euros).

Ce dictionnaire arrive à point nommé, au moment où certains réclament la prise en compte de la réalité par l’enseignement des sciences économiques, pour replacer certains thèmes dans une double perspective spatiale et temporelle. En effet, loin de se cantonner à l’histoire politique ou à la géopolitique dans ses dimensions militaire et diplomatique, cet ouvrage consacre de nombreuses entrées à des sujets spécifiquement économiques.
Ainsi, sont abordés non seulement des événements plus ou moins ponctuels, tels que la crise de 1929 ou les chocs pétroliers, mais aussi plus réguliers, comme la croissance ou les crises sur un siècle. Par ailleurs, les grandes doctrines font l’objet d’exposés synthétiques, tout comme les organisations économiques internationales.

Jean-Paul Maréchal

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Schwarzes Brett:
    Schwarzes Brett:
      Schwarzes Brett:


Betreff:         Romanistisches Diskussionsforum

From:            Dorothea Behnke <behnke@bibliothek.uni-kassel.de>
Subject:         Romanistisches Diskussionsforum
Copies to:       Thomas.Hilberer@ub.uni-duesseldorf.de, behnke@bibliothek.uni-kassel.de

Liebe Romanistinnen und Romanisten,

bisher gab es noch kein romanistisches Diskussionsforum im deutschsprachigen Internet. Deshalb haben wir eine unmoderierte
Mailingliste zur Romanistik ins Leben gerufen, genannt rom-de.

Sie soll ein Forum fuer alles sein, was im Bereich Romanistik von Interesse
sein koennte - fachliche Informationen, Fragen, Anregungen, Hinweise und  Diskussionsmoeglichkeiten.

Diese Liste versteht sich dabei nicht als Konkurrenz zum Newsletter von romanistik.de, sondern als eine Ergaenzung dazu.

rom-de ist nicht moderiert, d.h. alle Teilnehmer koennen direkt Beitraege an die Liste schicken. Wir hoffen, dass so breitgefaecherte Austausch- und Diskussionsmoeglichkeiten entstehen.

Interessiert? Wir wuerden uns freuen!

Die Anmeldung ist ueber ein einfaches Formular moeglich:

http://www.uni-duesseldorf.de/ulbd/rom-de/

Mit freundlichen Gruessen

Thomas Hilberer (ULB Duesseldorf), E-Mail: th@hilberer.de

und

Dorothea Behnke (UB Kassel), E-Mail: behnke@bibliothek.uni-kassel.de
 
 
 

Betreff:  dernier numéro?
 

 Datum:
        Thu, 11 Jan 2001 16:47:09 +0000
    Von:
        Florence Absolu <absolu@umwelt-campus.de>
     An:
        frmafo@zfn.uni-bremen.de
 
 
 

Madame, Monsieur,
le dernier numéro disponible sur le Web date d'octobre 2000. Est-ce
correct? Je n'ai découvert votre site qu'en octobre justement, c'est
pourquoi je m'étonne.
Avec mes remerciements
Florence Absolu
Prof de francais à Trèves en Allemagne


Betreff: correspondante

 Datum:
        Mon, 1 Jan 2001 17:54:25 +0100
    Von:
        "Otherland" <otherland@netcologne.de>
     An:
        <frmafo@uni-bremen.de>
 
 
 

Salut!

Je cherche une correspondante francaise!
Je m'appelle Mayela, j'ai 27 ans et je suis étudiante. J'adore la musique,
les animaux, voyager, sotir, la littérature, écrire des lettres... et
j'aimerais trouver une correspondante francaise. J'attends ta réponse avec
curiosité!

Mayela

mayela@gmx.de



 
 
 

       Betreff:  L3
 Datum:
        Sat, 30 Dec 2000 20:38:36 +0100
    Von:
        "Jehannes Ytsma" <j.ytsma1@chello.nl>
     An:
        <i02b@uni-bremen.de>
 
 
 

Second International Conference on
Third Language Acquisition and Trilingualism

13-15 September 2001

Location: Fryske Akademy, Leeuwarden, The Netherlands (Holland)

Plenary Speakers:

David Singleton (Trinity College, Ireland): "Cross-Linguistic Interactions in the Multilingual Lexicon"
Elite Olshtain (Hebrew University, Israel): "Being trilingual - is there a price to pay?"
Kees de Bot (Nijmegen University, The Netherlands): "Beyond competition. The processing of multiple languages"

Organizing Committee:

Jehannes Ytsma (Fryske Akademy, The Netherlands)
Ulrike Jessner (University of Innsbruck, Austria)
Britta Hufeisen (Technical University of Darmstadt, Germany)
Jasone Cenoz (University of the Basque Country, Spain)
Danny Beetsma (Fryske Akademy, The Netherlands)

Call for Papers:

The organizers welcome papers on psycholinguistic, sociolinguistic and educational aspects of third language acquisition
and trilingualism. Papers presented will be published.

Please send three hard copies of the abstract (up to 300 words) and one page stating:
1.      the title
2.      audiovisual/computer requirements
3.      for each author: full name and affiliation, address, e-mail address and fax-number

The deadline for submission of abstracts is January 31st, 2001

Please send your abstract to:

Danny Beetsma
Fryske Akademy
PO Box 54
8900 AB Leeuwarden
The Netherlands
fax: 0031-58-2131409

For further information please visit the conference web site at:
http://www.spz.tu-darmstadt.de/projekt_L3/conferences/L3conf2001/Index.html or contact Danny Beetsma:
dbeetsma@fa.knaw.nl



 
 
 

Betreff: Zimmer in Paris
 
 

 Datum:
        Wed, 27 Dec 2000 18:16:43 +0100
    Von:
        Loeffler-Aalen@t-online.de (Ihr Name)
     An:
        frmafo@zfn.uni-bremen.de
 
 
 

Hallo, ich bin eine 22-jährige Studentin aus Deutschland. Ich werde ab
dem 12. Februar 2001 bis August/September 2001 in Paris studieren, habe
aber leider noch keine Unterkunft. Sehr gerne würde ich in eine WG
ziehen, aber da es bis Februar nicht mehr allzu lange hin ist würde ich
mich eigentlich über jegliche Unterkunftsmöglichkeit freuen.
Vielen Dank schon mal im voraus. Susanne Löffler

Meine e-mail Adresse lautet: loeffler-aalen@t-online.de
Ansonsten ist meine Postanschrift: Susanne Löffler
                                   Moltkestr.35
                                   72072 Tübingen



 

Betreff:  ENRICO MACIAS
 

 Datum:
        Thu, 16 Nov 2000 12:48:37 +0100
    Von:
        Laila Noory <laila@twc.de>
     An:
        frmafo@zfn.uni-bremen.de
 
 
 

Bonjour,

Je cherche Information sur le chanterur Enrico Macias si vous le savez
puriez vous me l´ecrire s´il vous plait.
 

Merci
Laila Noory
 
 
 
 
 
 



 
 
 

Betreff: Pariser Metro
 
 

 Datum:
        Tue, 24 Oct 2000 17:17:15 +0200
    Von:
        Michael Müller <muellerm@cyberplace.de>
     An:
        frmafo@zfn.uni-bremen.de
 
 
 

Suche schon länger Informationsmaterial über die Pariser Metro für den
Untericht, in deutsche Sprache!!
Wer kann mir weiter helfen??

MfG
               Brigitte Müller


Betreff: chatten mit einer französischen Klasse

 Datum:
        Sun, 24 Sep 2000 16:14:27 EDT
    Von:
       Pwsturm@aol.com
     An:
        frmafo@uni-bremen.de

Die 10. Klasse einer Kasseler Gesamtschule sucht eine gleichgesinnte
französische Klasse zum chatten. Wenn Interesse besteht kontaktiert uns bitte
über folgende e- mail- Adresse: csskassel@t- online.de
Vielen Dank
Walter S.
 
 
 
 


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